Leben in Thailand


Einleitung

thailaendische-kultur-thailandEine fremde Kultur zu verstehen, fällt meistens schwer, schließlich bist Du Dein gesamtes Leben an die Umgangsformen und Gegebenheiten Deines Heimatlandes gewöhnt worden. Besonders Asien ist jedoch kulturell sehr anders als das westliche Europa, wobei viele kulturelle Besonderheiten erst mit der Zeit ersichtlich werden.

Es ist wichtig, zumindest ein wenig über die Kultur in Thailand Bescheid zu wissen, um erfolgreich in Thailand leben zu können. Erst wenn Du Hintergründe verstehst, wirst Du Enttäuschungen vermeiden können und Dich im Umgang mit Thais richtig verhalten. Fehler wirst Du trotzdem machen, doch Thais sind allgemein sehr tolerant und werden Dir viel verzeihen, solange Du Dich bemühst.

Die folgenden Informationen sollen Dir also helfen, bestmöglich auf den „Kulturschock“ vorbereitet zu sein.

[green_box] Dir sollte bewusst sein, dass sich das Leben in Thailand von einem Urlaub in diesem Land unterscheidet. Thailand ist ein wundervolles Land, doch auch hier gibt es Probleme, Herausforderungen an Dich und viele Dinge, die Dir im Alltag seltsam vorkommen werden. Mach das Beste daraus, versuche so viel wie möglich aufzunehmen und daraus zu lernen![/green_box]

Die thailändische Lebensphilosophie lässt sich wohl am einfachsten mithilfe der drei Begriffe Sanuk, Sabai und Suay verdeutlichen. Oberstes Ziel eines jeden Thais ist es, das Leben zu genießen. Das Leben sollte daher sabai sein – angenehm! Dazu gehört natürlich ebenso eine Menge Spaß – Sanuk. Sämtliche Tätigkeiten werden danach beurteilt, inwieweit sie Spaß bringen. Alles was keinen Sanuk verspricht, wird wenn irgendwie möglich vermieden. Alles, was tatsächlich unvermeidbar ist, sollte zumindest mit etwas Sanuk verbunden werden – es macht doch sonst keinen Spaß!

Was bedeutet sanuk?

Spaß – Sanuk, können viele Dinge machen. Für den Thai ist zunächst einmal Essen Sanuk und zwar am besten mit möglichst vielen Leuten. Essen, egal ob kleine Snacks oder ganze Menüs mit unzähligen verschiedenen Gerichten, gehört fest zum thailändischen Alltag. „Hast Du schon gegessen“ ist eine feste Floskel und andere Beschäftigungen dienen eher als Verdauungspausen… was bei der ausgezeichneten thailändischen Küche durchaus verständlich ist.

Auch viele weitere Dinge können Sanuk sein, beispielsweise Fernsehen, Shopping oder einfach Beisammensein mit Freunden.

Selbstverständlich gibt es ebenso Dinge, die keinesfalls Sanuk sind. Bewegen oder arbeiten in der heißen thailändischen Sonne? Keinesfalls Sanuk! Selbst einen entspannten Tag am Strand wirst Du mit einem Thai höchstwahrscheinlich am einzigen verfügbaren schattigen Platz verbringen …

Auch wenig beliebt sind Diskussionen über ernste Themen nicht sehr beliebt in Thailand. Das Hinterfragen von politischen oder gesellschaftlichen Aspekten ist ein sehr westliches Verhalten und wird fast überall in Südost-Asien als unnötig angesehen. (Selbstverständlich gibt es Leute, mit denen Du Dich über derartige Dinge unterhalten kannst, dabei sollte es sich jedoch um Menschen handeln, die Du gut kennst und deren Einstellung zum entsprechenden Thema Dir zumindest grob bekannt ist).

In jedem Fall sollte bei Diskussionen darauf geachtet werden, das Gesicht seiner Mitmenschen zu wahren. Und genau hier müssen Farrangs vorsichtig sein: Äußerungen über die thailändische Kultur oder thailändische Mitmenschen durch Farrangs kann schnell als Kritik an Thailand allgemein aufgefasst werden, was im schlimmsten Fall zu einem Gesichtsverlust des Gesprächspartners führen könnte.

Da ein Thai umgekehrt traditionell versuchen wird, Dein Gesicht zu wahren, wird er Dich in den meisten Fällen nicht darauf hinweisen. Das mag zwar theoretisch angenehmer sein, erschwert aber den Lernprozess.

Das dritte Wort, Suay, bedeutet schön. Suay ist bei fast allen Dingen ein wichtiges Merkmal, so dass das Aussehen eines Gegenstandes wichtiger sein kann, als dessen Funktion (Du wirst an einem Großteil thailändischer Fahrzeuge schicke Alufelgen oder einen Sportauspuff finden, denn schließlich sieht der alte Pickup erst so „suay mak mak“ aus!) Übrigens trifft dies auch auf Menschen zu, bei hübschen Menschen wird oft eher über schlechte Eigenschaften hinweggesehen.

Wahren des Gesichts und die Ehre in Thailand

Die persönliche Ehre – „das Gesicht“ ist in Thailand von unschätzbarem Wert und muss unbedingt gewahrt werden. Thailand verfügt über eine stark hierarchisch strukturierte Gesellschaft, weshalb ein Thai darum bemüht ist, einen möglichst hohen sozialen Status einzunehmen. Wird dieser Status gefährdet oder wird die Person nicht entsprechend ihrem Status behandelt, beleidigt dies einen Thai zutiefst, was im schlimmsten Fall schwerwiegende Folgen haben kann. Eine Person, die für einen Gesichtsverlust (seea naa) verantwortlich ist, muss mit Konsequenzen für ihr Handeln rechnen – da ein Thai bemüht sein wird, seine Ehre wiederherzustellen.

Sozialer Status in Thailand

Im Zusammenhang mit der Wahrung des Gesichts ist es für den Thai wichtig, den sozialen Status seines Gegenübers einschätzen zu können. Dazu wird neben offensichtlichen Merkmalen wie der äußeren Erscheinung meistens das Alter herangezogen, denn ältere Menschen verdienen generell höheren Respekt, sollten nicht andere Faktoren eindeutig dagegen sprechen. Die Altersstruktur zwischen Gesprächspartnern beeinflusst die Wortwahl und Anrede und hat damit viel mehr Bedeutung als beispielsweise in Deutschland. Teilweise ergeben sich daraus für uns witzige Konstellationen, beispielsweise bevorzugen Frauen mit „Nong“ angesprochen zu werden (kleine Schwester, die Frau ist also noch nicht „alt“), während Männer gerne als „Pi“ (älterer Bruder, der Mann ist also bereits erwachsen, stark, weise usw.) angeredet werden, auch wenn die Altersstruktur zwischen den Gesprächspartnern dem offensichtlich nicht entspricht.

Zwischen Thais spielt außerdem der Sprachgebrauch eine wichtige Rolle, der jedoch zwischen Thais und Farrangs weniger Gewichtung einnimmt.

Ein Thai wird versuchen, mehr über Dich zu erfahren, um Dich besser einschätzen zu können. Die aufkommenden Fragen empfinden westliche Menschen oft als Neugier,  doch helfen sie einem Thai, Dich eher entsprechend Deinem Status zu behandeln.

Einen Ausländer einzuordnen ist dagegen für Thais nicht immer leicht, da wir uns zum Beispiel tendenziell schlechter kleiden, obwohl wir offensichtlich das Geld haben, nach Thailand zu reisen. Für Dich ist es wichtig zu wissen, dass Dinge, die Touristen verziehen werden (schließlich sind sie eine gute Einnahmequelle),  in Thailand lebenden Ausländern nicht unbedingt nachgesehen werden!

Anrede in Thailand

Personen in Thailand werden mit khun angesprochen, was Herr oder Frau bedeuten kann. Nur zwischen Freunden wird diese Floskel nicht immer verwendet. Anstatt Namen können Titel verwendet werden, was besonders für uns aufgrund nicht immer einfach zu merkender Thai-Namen von Vorteil sein kann. Du kannst einen Arzt also beispielsweise mit Khun Moo (Herr Doktor) ansprechen.

Bezüglich der Namen werden in der Regel Spitznamen anstatt der oft sehr langen richtigen Namen verwendet. In einer Gesprächsrunde sind entweder alle Anwesenden mit Spitznamen oder vollem Namen anzusprechen. Ein Vorstellen ist in Thailand eher unüblich, weshalb Du ganz einfach nach dem Namen der entsprechenden Person fragen kannst. Eine Begrüßung sollte selbstverständlich mit dem entsprechenden Wai Deinerseits erfolgen.

Gold und Geld in Thailand

Aufgrund des Einflusses auf den sozialen Status neigen viele Thais dazu, sich ausgesprochen gut zu kleiden oder wertvollen Schmuck zu tragen, um für andere einen höheren Status darzustellen. Zwischen Thais klappt dies selbstverständlich nicht immer, trotzdem stellt Geld und das zur Schau stellen von Selbigem für Thais einen guten Weg dar, den eigenen Status zu erhöhen, denn Geld – unabhängig, woher es kommt – fördert die eigene Position in einer Gesellschaft, in der mit den entsprechenden finanziellen Mitteln fast alles möglich ist, ungemein.

Den eigenen Reichtum zu zeigen ist daher keinesfalls verwerflich.  Schmuck, bevorzugt aus Gold, ist dafür ein sehr beliebtes Mittel. Selbst wenn manchmal Geld für tägliche Bedürfnisse fehlt, hat fast immer das zur Schau stellen von Statussymbolen oberste Priorität.

Übrigens: Sich bei Bedarf Geld zu leihen ist in Thailand sehr verbreitet. Dabei ist jedoch zu beachten, dass das Zurückzahlen nicht immer tatsächlich geplant ist. Wenn Du also Geld verleihst, solltest Du entweder die entsprechende Person sehr gut kennen und klarmachen, dass Du erwartest, die verliehene Summe zu einem bestimmten Zeitpunkt zurück zu bekommen, oder Dich direkt von dem verliehenen Betrag verabschieden. Dieses Verhalten ist keinesfalls als Betrug an Dir, dem Ausländer zu verstehen, sondern wird auch zwischen Thais so praktiziert!

Das Thailändische Lächeln

Das berühmte asiatische Lächeln oder thailändische LächelnDas berühmte asiatische Lächeln begegnet Dir in Thailand ununterbrochen, wobei es wichtig ist, dieses entsprechend interpretieren zu können, um Enttäuschungen zu vermeiden.

Ein Lächeln in Thailand muss nicht immer Freude oder Zufriedenheit bedeuten, es stellt vielmehr eine vielschichtige Ausdrucksweise dar. Selbstverständlich kann ein Lächeln durch die Freude über irgendetwas ausgelöst werden. Ebenso kann jedoch ein Lächeln Verlegenheit bedeuten und beispielsweise anstatt einer negativen Antwort genutzt werden. Wenn wir auf eine Frage nur ein Lächeln als Reaktion erhalten, ist dies natürlich verwirrend, dem Thai geht es dann jedoch um Konfliktvermeidung, was für ihn angenehmer ist, als eine Diskussion oder gar ein offener Streit. Der Thai wahrt somit Dein und sein Gesicht und beweist zugleich ein „kühles Herz“ – djai yen – indem er die Ruhe bewahrt.

Ein Lächeln kann also Zustimmung, Ablehnung oder auch einfach Kenntnisnahme signalisieren, was für Farrangs sehr schwierig zu interpretieren ist. Die beste Art, den Umgang mit dem thailändischen Lächeln zu lernen, ist wohl, es einfach selbst zu versuchen. Freundlichkeit und Höflichkeit und ein Lächeln, auch wenn mal etwas schiefgeht, wird Dir das Leben in Thailand und den Umgang mit Thais sehr erleichtern!

Übrigens: Besonders im Zusammenhang mit dem Wahren des Gesichts scheint es für uns seltsam, dass Thais sehr gerne andere auslachen. Tatsächlich wird so jedoch versucht ein Missgeschick herunter zu spielen, und den Sanuk Faktor der Situation hervorzuheben – genau so wird letztendlich das Gesicht des Verursachers gewahrt.

Patriotismus in Thailand und Loyalität zum König

thailand-koenig-Bhumibol-AdulyadejThais verfügen über ein ausgeprägtes Nationalbewusstsein und sind ihrem Heimatland stark verbunden. Thailändische Traditionen haben für die Bevölkerung einen hohen Wert und werden auch heute noch gepflegt.

Neben der Verbundenheit zu Thailand selbst ist das Staatsoberhaupt, der thailändische König Bhumibol Adulzadej (Rama IX), sehr hoch angesehen. Der König steht über allen Menschen und wird als gottähnliche Figur angesehen. Das Volk liebt ihn aufgrund seines Einsatzes für das Land und jegliche Kritik gegenüber dem Könighaus ist vollkommen unangebracht! Während die politischen Lager in Thailand von jeher stark polarisieren, ist die Loyalität zum König von beiden politischen Seiten her uneingeschränkt und hält das thailändische Volk zusammen.

In nahezu jedem Haushalt oder Geschäft wirst Du ein Bild des Königs finden. Kritische Stimmen,  Karikaturen, humorvolle Anmerkungen, kurz jegliche Äußerungen über das Königshaus, die negativ aufgefasst werden könnten, sind in Thailand nicht existent.

Religion

reigion in Thailand: Thervada Buddhismus ist die Staatsreligion in Thailand.Selbstverständlich hat auch die thailändische Staatsreligion, der Theravada Buddhismus, großen Einfluss auf die Kultur Thailands.

Die buddhistische Religion besagt, dass Extreme jeglicher Art schlecht sind und es zu bevorzugen ist, einen Mittelweg zu finden. Auch wenn viele Aspekte des Buddhismus mit der fortschreitenden Entwicklung Thailands und der zunehmenden Materialisierung der Gesellschaft an Bedeutung verlieren, ist diese Religion tief in der Bevölkerung verankert und hat auch heute noch Einfluss auf das tägliche Leben.

Neben dem buddhistischen Glauben sind zudem spirituelle Bräuche und der Glauben an Geister weit verbreitet. So haben beispielsweise die weit verbreiteten „Geisterhäusschen“ nichts mit dem Buddhismus zu tun!

Weitere Thailand Informationen

NEU! Immer noch auf der Suche nach einem Job in Thailand?

Die Suche nach Jobs in Thailand für Ausländer ist nicht einfach. Wir durchforsten für dich die wichtigsten Jobportale und stehen außerdem in direktem Kontakt mit Headhuntern und Unternehmen in Thailand. Du erhälst alle relevanten Jobangebote direkt per Email und kannst dich auf dein Bewerbungsschreiben konzentrieren!
Germany DUS_BKK
Share Button

andere Besucher suchten nach: